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Der dritte Tag war uns frei gegeben worden, um Oslo zu erkunden. So traf ich mich relativ früh mit Markus und wir zogen so ein paar Stunden durch Oslo, bewunderten gemeinsam ( da auch er Oslo nie bei Tag gesehen hatte, seit er am Dienstag bei Funcom anfing ) das in eine dauerhaft tief liegende Sonne getauchte Oslo, das ebenso wie in der Nacht einen ganz eigenen Charme versprühte. Es gibt weniger Autoverkehr, mehr Grün als in den meisten deutschen Städten und die Menschen, besonders die Frauen, scheinen Kälteresistenz zu sein, da der Minirock hier eine passende Winterkleidung zu sein schien.

Als uns dann nach einigen Stunden der Magen knurrte, machten wir uns auf den Weg zur Funcomwohnung, in der er Übergangsweise wohnen darf, bis er seine eigene Wohnung hat und dort trafen wir auf Roman einen Gameplay Developer, der dort ebenfalls seine Zwischenunterkunft gefunden hatte. Mit ihm redete ich kurz über das Gameplay in Age of Conan, was mir gefiehl, was nicht und wir hatten erfreulicherweise eine sehr starke Überdeckung der Meinung, was mir für die Zukunft von Age of Conan nur mehr Hoffnung gab.
Den Rest des Tages zockten wir an der Xbox360 Guitar Hero III und Mario Galaxy auf der Wii, beide waren von einem weiteren Mitbewohner, der für das Balancing der Items zuständig ist.
Ein äußerst "schmackhaftes" Mittagessen bestand aus einer Dr.Oetker Pizza, die erstaunlicherweise hier zu den billigsten Pizzen gehörte, die man kaufen konnte und äußert nahrhaften Butterteigkeksen mit Vanillefüllung. Letzteres stelle sich als so nahrhaft heraus, dass wir Beide auf dem Rückweg zum Hotel uns die Bäuche rieben und hofften, dass das Vollgefühl bald von uns weichen würde.
Im Hotel angekommen quatschten wir noch über Age of Conan, seine weiteren Aufgaben, Dinge die er und ich hoffen im Spiel zu sehen und um 18 Uhr rief Tarib im Zimmer an und lud uns ein mit der ganzen Truppe zum Italiener zu gehen.
Der Trupp stapfte also durch Oslo zum nächstgelegenen Italiener, der aber leider größenmäßig nicht gerade umfangreich ausgestattet war und so dankten Markus und ich ab, um das immer noch anhaltende Vollgefühl nicht zu verschlimmern.
Auf dem Weg durch das inzwischen verdunkelte, erneut nächtliche Oslo trafen wir einen sehr merkwürdig gekleideten jungen Mann, der uns freundlich begrüßte und mich fragte, ob er meinen Trenchcoat kaufen dürfe. Warum wurde uns erst klar, als er uns auf den Bereich in seinem Schritt hinwies. Nun zur Vorgeschichte, die er uns dann in leicht betrunken gesäuseltem Englisch kredenzte. Er ist Junggeselle und im Augenblick auf seiner eigenen Junggesellenfeier, seine Kollegen haben ihn in einen hautfarbenen Baumwollanzug gesteckt, ein Loch dort geschnitten wo sein Bestes Stück hing und es dort hinaus hängen lassen. In diesem sprichwörtlichen Adamskostüm musste er nun durch die Straßen springen und sich seine Kleidung von Passanten erkaufen. Nachdem wir herzlich gelacht hatten und wieder von Dannen zogen, um uns erneut dem Charme des nächtlichen Oslo hinzugeben, fanden wir doch aufgrund anhaltender Kälte und Müdigkeit Einkehr im Hotel, wo wir noch bis spät in die Nacht am quatschen waren. Schließlich musste man die gemeinsame Zeit ja Nutzen, da wir uns wohl für eine sehr viel längere Zeit nicht mehr persönlich sehen würden.
Die anderen wurden anscheinend von Tarib, Crippius und Pharamond wieder durch einige Bars geschleppt und sind zum Teil erneut erst um 3 Uhr im Hotel angekommen.
So fand ein weniger Age of Conan erfüllter Tag in Oslo ebenfalls sein Ende und das Hotelbett erschien mir abermals als willkommene Ruhestätte. |